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Anwendungsprogramme

2018-12-03

Claws-Mail

In den vergangenen 10 Jahren hat bei der Nutzung von eMail-Diensten meines Erachtens ein Paradigmenwechsel stattgefunden. Während man früher seine Mails mit einem Mail-Client abgeholt und auf dem eigenen Rechner verwaltet hat, ist heutzutage die Nutzung von WebMail oder Smartphone-Apps eher der Standard. Wenn überhaupt jemand noch ein eMail-Programm verwendet, dann mit IMAP, damit die eMails immer auf dem Server liegen und zu jeder Zeit von überall verfügbar sind. Ich selbst habe auch lange Zeit den Mozilla Thunderbird mit IMAP benutzt.

Natürlich kann man in Frage stellen, ob es sinnvoll ist, seine eMails auf einem fremden Server zu archivieren. Für mich waren indes ganz praktische Gründe ausschlaggebend, um die Kombination Thunderbird + IMAP zu verwerfen. Ich archiviere nämlich nicht nur einige, sondern alle eMails. Das hat dazu geführt, dass zum einen Thunderbird unter der Last der vielen eMails in die Knie ging und zum anderen das Datenkontingent auf dem IMAP-Server erschöpft war. Ich habe das zum Anlass für eine Rückkehr zum traditionellen Konzept genommen.

Mittlerweile nutze ich Claws-Mail und das gute alte POP3. Mein lokales eMail-Verzeichnis wird mit Syncthing auf allen meinen Rechnern synchron gehalten. Mir ist bewusst, dass das eine zutiefst unorthodoxe Prozedur ist, doch sie läuft sehr stabil. Aber was passiert, wenn ich Claws-Mail starte, bevor die Synchronisation abgeschlossen ist? Dann kommt es mir zugute, dass Claws-Mail die eMails im MH-Format abspeichert. Dabei liegt jede eMail in einer eigenen Datei vor. Einen Synchronisationskonflikt kann ich einfach durch Umbenennen der Datei beheben. Mit Thunderbird und dem mbox-Format hätte ich da keine Chance, weil alle eMails in einer riesigen Datei abgespeichert werden.

Die Meldungen über die Sicherheitslücke EFAIL, von der ich am 14.05.2018 in den Heise-News lesen durfte, gibt mir Recht bei der Wahl von Claws-Mail. Diese Lücke betrifft zwar nur mit PGP und S/MIME verschlüsselte eMails und könnte mir deshalb egal sein. Ich verschlüssle nämlich keine eMails, da ich niemanden kenne, der solche Mails empfangen kann oder will. Trotzdem hat es mich gefreut, dass Claws-Mail zu den wenigen Programmen zählt, die für EFAIL nicht anfällig sind, da es standardmäßig keine HTML-Mails rendert. Natürlich bekomme ich auch HTML-Mails vom Rest der Menschheit. Das ist lästig. Aber hier stellt sich für mich die simple Frage, ob ich mich an das unreflektierte Verhalten der Masse anpassen soll und damit eine Fremdbestimmung akzeptiere, oder ob ich tue, was ich für richtig halte. Ich denke, mit dem Fancy-Plugin habe ich hier eine gute Lösung gefunden.

Für Claws-Mail gibt es eine Reihe nützlicher Plugins. Neben dem PDF-Viewer verwende ich das Fancy-Plugin zum Rendern der HTML-Mails, die ich haufenweise von Kollegen bekomme. Das ist ein Kompromiss, den ich für tragbar halte, weil beim Rendern standardmäßig keine Inhalte aus dem Internet geladen werden. Wenn ich eine HTML-Mail als sicher erachte, kann ich sie natürlich auch mit Internetzugriff rendern. Ich habe mich gegen den Dillo HTML Viewer entschieden, weil er nur aus den Backports verfügbar ist und - soweit ich das nach einem kurzen Test einschätze - keine für mich wichtigen Vorteile gegenüber Dillo bietet.

Es gibt einige Einstellungen, die bei Claws nicht im Menü verfügbar sind. Hier ist ein Zugriff auf die Konfigurationsdateien notwendig. Wer das nicht selber machen mag, kann dafür das Programm Clawsker installieren. Ich habe es verwendet, um die Benutzung des NetworkManagers zu unterbinden. Claws hat nämlich bei jedem Start nachgefragt hat, ob es in den Onlinemodus gehen soll, was ich ziemlich nervig fand. Mit dem Abwählen des NetworkManagers bleibt er immer online. Ich habe Clawsker aber nicht auf allen Rechnern installiert, weil diese Einstellung ja nur einmal geändert wird und dann so bleibt.

Es gibt diverse Möglichkeiten, sich den Eingang neuer eMails signalisieren zu lassen. Es gibt diverse Plugins und externe Anwendungen mit Mail Notifier als Tray-Icon. Ich bevorzuge die eingebaute Funktion von Claws, die mir das Ausführen eines selbst definierten Befehls nach Eingang einer Mail erlaubt.

Ich habe mich für ein akustisches Signal entschieden: Der Befeht "morse %d" gibt die Anzahl der neuen Nachrichten als Morsezeichen über die Soundkarte aus. Hierfür muss das Paket morse installiert sein. Die Signalisierung läuft selbstverständlich nur, wenn Claws-Mail geöffnet ist.

2018-11-18

LibreOffice

Natürlich verwende ich LibreOffice. Mir bleibt gar keine Wahl, weil ich dauernd irgendwelche DOCX-Dateien zugeschickt bekomme. Mit den Formatfehlern beim Dateiimport muss ich halt leben. Damit der Dateiimport möglichst gut funktioniert, verwende ich immer die neuste Version von LibreOffice aus dem Backport Repository.

Zum Erstellen eigener Texte nutze ich LibreOffice nur selten. Ich schätze aber sehr die Tabellenkalkulation. Mit dem Funktions-Assistenten ist die Eingabe von Berechnungsformeln um Längen bequemer als in Excel. Warum so viele Privatanwender immer noch Microsoft Excel benutzen gehört für mich zu den großen Rätseln.

Ich vermute, dass mit der Benutzung von Software ein gewisser Anpassungsprozesse an die entsprechenden Anwendungen stattfindet. Man gewöhnt sich nicht nur an die Software, sondern passt auch seine Denk- und Handlungsweisen daran an. Ich bin in diesem Sinne mit bestimmten Anwendungen kompatibel, mit anderen nicht. Ich habe vor einigen Monaten beispielsweise versucht, mit Microsoft Office ein Dokument mit automatisierter Kapitelnumerierung und Inhaltsverzeichnis zu erstellen und bin daran gescheitert. Obwohl ich mittlerweile auf 20 Jahre Erfahrung zurückblicke, war ich für diese einfache Aufgabe schlichtweg zu doof. Mit LibreOffice kann ich das und mit LyX ist das Problem ohnehin trivial.

2018-11-18

LaTeX und LyX

Wenn ich von allen Anwendungsprogrammen nur ein einziges nutzen dürfte, so fiele meine Wahl auf LyX. Da ich kein Designer bin und mich eher mit den Inhalten meiner Texte, als mit deren Layout beschäftigen möchte, komme ich um LaTeX nicht herum. Auf der anderen Seite bin ich kein begeisterter Quelltextschreiber. LyX ist für mich die optimale Lösung, um ohne Aufwand die Möglichkeiten von LaTeX zu nutzen, ohne dauernd am hässlichen Quelltext arbeiten zu müssen. Und in seltenen Fällen habe ich auch mit LyX die Möglichkeit, direkt in den Quelltext einzugreifen.

Auch LaTeX ist eine Religion. An der Uni haben ich Leute kennen gelernt, die LyX strikt abgeleht haben, weil sie lieber selbst die volle Kontrolle über ihren Quelltext haben wollten. Für sehr spezielle Anforderungen an das Layout leuchtet mir das ein. Seltsamerweise waren die Skripte von diesen Leuten ganz besonders schlicht gehalten. Ich vermute deshalb eher dogmatische Motive.

Ich bin in meinem Bekanntenkreis der einzige LyX-Anwender. Ich kenne nur einen einzigen Lehrer, der sein Unterrichtsmaterial mit LaTeX setzt. Und dieser Mann gibt zu, welch zeitraubendes Unterfangen das ist. LyX demonstriert wie kein anderes Programm meinen Pragmatismus. Ich benötige eine schnelle, zuverlässige und einfache Lösungen zur Erstellung von Unterrichtsmaterial. Das kann ich nur mit LyX. Natürlich passiert es auch mit LyX, dass mir bestimmte Layoutelemente nicht auf Anhieb gelingen. Das kommt jedoch weitaus seltener vor als mit WYSIWYG-Anwendungen und weit seltener als bei meinen Kollegen. Insgesamt finde ich die Arbeitsweise von Pädagogen mit Textverarbeitungen eher unprofessionell. Selbst die Musterprüfungen, die vom Land Baden-Württemberg herausgegeben werden, basieren auf einem ganz billigen Tabellen-Layout. Mir graut es jedes Mal, wenn ich zur Erstellung von Prüfungsaufgaben verpflichtet werden.

2018-11-18

GeoGebra

Der beste Müll, den es gibt - leider unverzichtbar!

2018-XX-XX

qpdfview

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